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Vor Schloß Peles in den Karpaten

Studien- und Begegnungsreise nach Rumänien

Unliebsamen Zeitgenossen wird gerne gedroht sie in die Walachei abzuschieben und weltfremde Menschen aus einem Dorf wohnen umgangssprachlich in den Karpaten. Dass es sich hierbei um Regionen Rumäniens handelt, ist vielen unbekannt.  Die  Assoziationen mit dem EU-Partnerland sind in der Regel negativ geprägt - Schieberbanden, Armut, Korruption, Straßenhunden, Roma und Sinti etc.

Mit dem Ausgangspunkt Bukarest begann die Rundreise durch das vielseitige Land. Überrascht von dem Flair einer europäischen Metropole konnte durch die ersten Begegnungen und informativen Gespräche ein Eindruck über das Land und die politischen Verhältnisse gewonnen werden. Mehrfach wurde betont, dass die Rechtsstaatlichkeit funktioniere und der derzeitige Kampf gegen Korruption der Politik viel abverlange. Die Aufarbeitung des Kommunismus sei auf einem guten Weg. Darüber hinaus schilderte der deutsche Botschafter Cord Meier-Klodt viele Verbindungen zu einem  deutschen Erbe, welches neben einem gemeinsamen Wertesystem in deutschen Einrichtungen, sich vor allem auf dem Vertrauen in den derzeitigen Präsidenten Rumäniens, Klaus Werner Johannis, gründet, der der deutschen Minderheit angehört. Diese tief verwurzelte deutsche Geschichte wurde auf dem weiteren Weg durch die Karpaten und Siebenbürgen immer wieder verdeutlicht, hin zu wirtschaftlichen Beziehungen in der Gegenwart.

Gleichzeitig war stets ein Bezug zum Namensgeber der Stiftung Ludwig Windthorst zu erkennen. Angefangen bei den 19 anerkannten Minderheiten, für dessen Schutz sich Windthorst einsetzte, die in dem 20 Millionen-Einwohnerland problemlos nicht nur nebeneinander, sondern miteinander umzugehen scheinen und sogar im Parlament vertreten sind. Diese Vielfalt war auch bei vielen Kirchenvertretern zu spüren, indem beispielsweise Pfarrer Seidner aus einer katholisch-deutschen 120-Seelengemeinde in Brasov berichtete, dass für das Krippenspiel der Gemeinde Kinder aus vier unterschiedlichen Konfessionen mitwirkten. Dieser Dialog im vorwiegend orthodoxen Land, geschehe auch auf höheren Ebenen, in dem sich Gemeinden eine Kirche teilten oder regelmäßig am Gottesdienst der Nachbargemeinde teilnehmen würde.  

Neben faszinierenden Naturlandschaften, waren die Besuche der Kirchen, Klöster und Kirchenburgen ein weiteres Highlight. Insbesondere die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Orthodoxie sorgten für eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben. Trotz der atheistischen Prägung im Kommunismus, erscheint Rumänien stark im Glauben verwurzelt, was sich nicht zuletzt durch den Zuwachs an Klöstern begründen lässt. Dankenswerterweise übernahm die geistliche Begleitung der Begegnungsreise unser Vorstandsmitglied und Generalvikar Theo Paul, der besonders in den Gottesdiensten die Erlebnisse mit der Gruppe reflektierte.

Das Fazit der Reise ist sicherlich eine bemerkenswerte bunte Vielfalt auf allen Ebenen von Gesellschaft, Religion und Politik, die miteinander leben und ausgenommen stark mit Deutschland und Europa verwoben sind. Die negativen Assoziationen sind Geschichte. Das EU-Land gehört zwar noch zu den ärmsten Ländern Europas und es hat noch einige Probleme, aber es zeigt Eigeninitiative und blickt insgesamt positiv nach vorn. Kurz gesagt „einfach erstaunlich“.

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