19.01.2016

17. Januar: Gedenken an den Geburtstag Windthorsts

Veranstaltungen in Osnabrück und Ostercappeln


Bischof Bode in Ostercappeln, Foto: Rainer Westendorf, NOZ

Am 17. Januar wurde der 204. Geburtstag Windthorsts mit zwei Veranstaltungen in Osnabrück und Ostercappeln feierlich begangen.

Am Vormittag würdigte Weihbischof Johannes Wübbe das Wirken Windthorsts mit einem Pontifikalamt im Hohen Dom zu Osnabrück. Im Anschluss daran erfolgte die Krnazniederlegung am Windthorstdenkmal am Dom.

Im nachfolgenden Festakt würdigte die Deutsche Botschafterin am Heiligen Stuhl, Annette Schavan, Windthorst als Mann der Dialogbereitschaft und der Toleranz, der aus einer klaren Haltung heraus agiert habe.

Heutzutage würden Frömmigkeit und politisches Bewusstsein meistens als Gegensätze aufgefasst, meinte Schavan. Anders bei Windthorst: Er war ein katholisch frommer und politischer Mensch zugleich. Die Festigkeit im Glauben habe ihm die Basis geliefert, keiner inhaltlichen Auseinandersetzung aus dem Wege zu gehen. Andere Meinungen gehörten nicht unterdrückt, sondern müssten sich im Dialog auf Augenhöhe begegnen. Windthorst sei ein hochaktuelles Vorbild für den notwendigen Dialog der Religionen. Er stritt nicht nur für die freie Religionsausübung der Katholiken im „Kulturkampf“, sondern setzte sich genauso für die Rechte von Protestanten und Juden ein, wo es nötig war. „Wenn er heute lebte, würde er vehement für eine gleichberechtigte Rolle des Islam in unserer Gesellschaft eintreten“, war sich Schavan sicher.

Den Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung finden sie hier.

Am Nachmittag würdigte Bischof Dr. Franz-Josef Bode Windthorst in seinem Geburtsort Ostercappeln.

Menschen wie Windthorst würden heute mehr denn je gebraucht. „Menschen mit Vernunft und Glaube, Offenheit und Tiefe“, so der Bischof. Trotz aller Rückschläge sei Windthorst seiner christlichen Grundhaltung immer treu geblieben. Christentum solle öffentlich und politisch foderte Bode. Auch in der aktuellen Flüchtlingskrise solle man sich fragen, was Windthorst wohl gesagt hätte. Bode war sich da sicher: „Ludwig Windthorst würde sich über das Engagement so vieler Bürger in der Flüchtlingsarbeit freuen. Windthorst wäre wach gewesen bei Fragen und Ängsten, die die Menschen beschäftigen. Aber er würde zugleich gegen jede Art von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit kämpfen. Und Stammtischparolen hätte er niemals von sich gegeben.“

Den kompletten Artikel des Wittlager Kresiblatts finden Sie hier.

Kommende Veranstaltungen im Gedenkjahr sind das Benefizessen der Ludwig-Windthorst-Stiftung am 20. Januar 2016 sowie der Vortrag von Rüdiger Drews unter dem Titel: Windthorst - katholischer Volkstribun" am 18. Februar 2016 um 19:30 Uhr. Beide Veranstaltungen finden im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen statt.