03.12.2014

Kardinal Turkson fordert Orientierung am Weltgemeinwohl

Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden spricht auf der Jahrestagung der Stiftung


Der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Peter Kardinal Turkson, war zu Gast bei der Jahrestagung der Ludwig-Windthorst-Stiftung am 28.11.2014 im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen.

In seinem Vortrag forderte der Ghanaer eine Orientierung der Weltwirtschaft und der Politik an einem Weltgemeinwohl. Dies bedeute, dass alle Menschen dieser Welt im Blick behalten werden und es keine Fokussierung auf eine Gewinnmaximierung gebe, so der Kardinal.

In Anlehnung an die Rede von Papst Franziskus vor dem Europäischen Parlament forderte er alle auf, an Europa mitzubauen:

"Europa ist Ihre Zukunft! Ich darf sie aber auch bitten: Europa darf sich nicht genug sein! Sie in Europa brauchen eine Mitverantwortung für das globale Gemeinwohl. Für uns Christen, für uns Katholiken gilt dies in besonderer Weise. Lassen Sie nicht nach in Ihrer Solidarität mit den Armen in dieser Welt und weichen Sie nicht von Ihren christlichen Wurzeln ab."

Er lobte Ludwig-Windthorst-Stiftung in Ihrer Arbeit für das Andenken an Ludwig Windthorst und vor allem für die Jugendarbeit. Das Andenken an das Wirken Windthorst sei nicht besser aufrecht zu erhalten als in einer Jugendbildungsarbeit, die  junge Menschen zum gesellschaftlichen Engagement ermuntere.

Peter Turkson kommt aus denkbar ärmlichen Verhältnissen: Turkson wurde 1948 in Ghana als viertes von zehn Kindern geboren. Seine Mutter verkaufte Gemüse, sein Vater arbeitete als Zimmermann. Er schaffte es an die Universität und studierte Theologie im heimatlichen Amisano und New York. Nach zahlreichen wissenschaftlichen Stationen an diversen Instituten ernannte ihn Papst Johannes Paul II. im Jahr 1992 zum Erzbischof von Cape Coast. Vor vier Jahren rückte Turkson zum Vorsitzenden des „Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden“ auf und zählt damit zu den zehn mächtigsten Männern der katholischen Kirche. Er gilt als guter Netzwerker und hat sich in den vergangenen Jahren durch seinen Einsatz für arme Menschen als „das soziale Gewissen des Vatikans“ profiliert. Nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. zählte Turkson zu den Favoriten für dessen Nachfolge. Einigen Wettbüros in London galt er sogar als wahrscheinlichster Kandidat. Er spricht sechs Sprachen, darunter auch deutsch.

Hier finden Sie den Presseartikel in der Lingener Tagespost zu der Veranstaltung und auch die Rede des Kardinals ist diesem Artikel angehängt.